Herzschrittmacher – PM – SM

Das menschliche Herz mit seinem eigenen Impulsgeber, dem Sinusknoten, passt den Puls, geregelt vom vegetativen Nervensystem,  an unsere BedĂĽrfnisse an und schlägt mal schneller und mal langsamer.

Ein erniedrigter Herzschlag (Bradykardie) kann zu MĂĽdigkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen fĂĽhren. Auch fehlende körperliche  Belastbarkeit  bis hin zu Ohnmachtsanfällen kann Ausdruck einer Bradykardie sein. Noch in den 50er Jahren bedeutete eine Fehlfunktion des Sinusknotens mit deutlich erniedrigtem Herzschlag oft das Todesurteil.

1957 gelang es zum ersten Mal, einen Schrittmacher (englisch „Pacemaker“ - PM) zu implantieren. Die Implantation eines Herzschrittmachers ist heute eine Routineoperation, bei der der Brustkorb nicht eröffnet werden muss. Sie dauert meist weniger als eine Stunde und kann in Lokalanästhesie mit leichter Sedierung durchgeführt werden.

Auch sind die Größe und das Gewicht der ursprĂĽnglich 300 Gramm schweren Geräte heute auf ca. 30 Gramm  gesunken. Einzig die Größe der Batterie verhindert, dass die Geräte noch kleiner werden.

Ein Schrittmachersystem besteht aus einem Aggregat (Batterie und  Steuerungs- und Ăśberwachungselektronik) und einer oder mehrerer Stimulationselektroden. Die Elektroden (oder Sonden) werden meist ĂĽber eine Vene zum Herzen vorgeschoben und an das Aggregat angeschlossen, das unter der Haut – gelegentlich auch unter dem Brustmuskel - platziert wird. Funktionen und Einstellungen des Schrittmachers können mit einem Programmiergerät von auĂźen eingestellt werden und sollten in regelmäßigen Abständen ĂĽberprĂĽft werden, um Störungen zu erkennen und die Funktion zu optimieren. Schrittmacher – wie auch Defibrillatoren – besitzen ferner einen Speicherchip, der eine Reihe von Informationen speichert (z.B. Rhythmusbesonderheiten, ElektrodenmeĂźwerte). Diese Informationen werden bei der Kontrolle ausgelesen und dienen zur Erkennung von Funktionsstörungen, Veränderungen von Rhythmusstörungen und ermöglichen eine optimale, patientenindividuelle Programmierung.

Wird der Herzschlag zu langsam, springt der Schrittmacher ein und stimuliert das Herz.