Thoraxkonferenz
da vinci 1
da vinci 2
da vinci 7
da vinci 5
da vinci 3
da vinci 6
da vinci 4

Metastasenchirurgie

B√∂sartige Erkrankungen zeichnen sich nicht nur durch verdr√§ngendes und zerst√∂rendes Wachstum am Ort des eigentlichen Tumors aus, sondern auch durch die M√∂glichkeit, Absiedlungen entfernt vom Ort des Ursprungstumors zu bilden. Ein typisches Organ f√ľr das Erscheinen von Metastasen ist die Lunge, da im Blut umherwandernde Tumorzellen sich hier in den haarfeinen Blutgef√§√üen ansiedeln k√∂nnen. Nach entsprechender Vermehrung der Tumorzellen bilden sich hier Knoten in der Lunge, die aus dem Gewebe des urspr√ľnglichen Tumors bestehen. Im Allgemeinen handelt es sich bei Vorliegen von Metastasen um eine Erkrankung, die potentiell den ganzen K√∂rper betrifft, weshalb auch therapeutische Ans√§tze dies ber√ľcksichtigen und meistens Medikamente gegeben werden, die √ľber die Blutbahn - entweder als Tablette aufgenommen oder in die Vene injiziert - zum Einsatz kommen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch auch die Operation von Metastasen sinnvoll. Diese sind gegeben, wenn der Ursprungsherd kurativ behandelt ist, der Ursprungstumor nicht dazu neigt, schnell und viele Metastasen zu verursachen, wenn nicht zu viele Metastasen in der Lunge aufgefunden werden und der Abstand zwischen der urspr√ľnglichen Erkrankung und dem Auftreten der Metastasen nicht zu kurz ist. Tumorerkrankungen, bei denen die Operation von Lungenmetasten unter diesen Voraussetzungen diskutiert wird, sind z. B. der Dickdarmkrebs, der Enddarmkrebs, wenig aggressive Weichgewebstumoren, der schwarze Hautkrebs (maligne Melanome) und Nierentumore. Um m√∂glichst alle, auch die nicht im CT abgebildeten Herde auffinden zu k√∂nnen, wird der Eingriff √ľblicherweise √ľber einen Brustkorbschnitt (Thorakotomie) durchgef√ľhrt. Im Rahmen dieser Operation werden dann alle sichtbaren und  tastbaren Befunde, die sich verd√§chtig darstellen, entfernt. Im Gegensatz zu Lungenkrebs-Operationen wird nur ein Saum gesunden Lungengewebes um den Befund herum belassen, da die weitr√§umige Entfernung nicht zu einer erh√∂hten Sicherheit f√ľhrt. Sollte nach der operativen Entfernung von Lungenmetastasen erneut neue Lungenmetastasen auftreten, ist eine 2. und sogar eine 3. Operation technisch h√§ufig m√∂glich. Die Veranlassung, eine 2. oder 3. Operation zu empfehlen, wird jedoch jeweils im Rahmen der Diskussion in den entsprechenden Tumorboards genauestens √ľberpr√ľft.