Thoraxkonferenz
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Minimal invasive Chirurgie/Schl√ľssellochchirurgie/Robotische Chirurgie (Da Vinci ¬ģ)

(Videoassistierte Operation, VATS, Schl√ľsselloch-Operationen)

Es ist uns ein gro√ües Anliegen m√∂glichst schonende Operationen durchzuf√ľhren, ohne dabei das eigentliche Behandlungsziel aus den Augen zu verlieren. Deshalb werden alle Operationen bei denen dies technisch m√∂glich und medizinisch sinnvoll ist √ľber die sogenannte Schl√ľssellochmethode durchgef√ľhrt. In diese Gruppe geh√∂ren zum Beispiel:

  • Lungenentfernung, auch Lungenlappen- oder Lungenfl√ľgelentfernung, beim Lungenkrebs
  • Lungenentfernung bei gutartigen Erkrankungen
  • Operationen bei Pneumothorax und bei Lungenemphysem (Volumenreduktion)
  • Entfernung der Thymusdr√ľse bei Thymom oder Myasthenia gravis oder anderen Neubildungen im Mittelfell
  • Operationen bei Entz√ľndungen und Eiterbildung im Brustkorb (Pleuraempyem)
  • Durchtrennung von Nervenstr√§ngen bei √ľberm√§√üigem Schwitzen der H√§nde oder der Achselh√∂hlen (Sympathektomie bei Hyperhidrosis)

Bei videoassistierten Operationen werden ja nach Eingriff 1-3 ca. 1 cm gro√üe Schnitte im Bereich der seitlichen Brustwand durchgef√ľhrt. √úber diese Schnitte k√∂nnen kleine R√∂hrchen (Trokare) als Platzhalter durch die Brustwand in den Brustkorb hineingeschoben werden. √úber diese R√∂hrchen wiederum kann mit einer Kamera und d√ľnnen langen Instrumenten innerhalb des Brustkorbes unter Kamerasicht operiert werden. Der Vorteil dieser Methode wird in der geringen Beeintr√§chtigung der Brustwand gesehen, weshalb bei den meisten Patienten weniger Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungseinschr√§nkung nach der Operation vorliegen als bei der klassischen offenen Thoraxchirurgie. Dieser Effekt ist vor allen Dingen in den ersten 3 Monaten auch wissenschaftlich nachgewiesen. Weiterhin gibt es umfangreiche Untersuchungen dar√ľber, dass die Qualit√§t der Operation nicht darunter leidet, dies gilt auch insbesondere f√ľr Operationen bei Lungenkrebs.

Roboter-assistierte Operationen  (Robotische Chirurgie, RATS)

Die Entwicklung der Mikroelektronik und der Verbesserung von elektronischen, optischen Systemen hat auch in der Medizintechnik der letzten 30 Jahre einen Innovationsschub hervorgerufen. Seit Ende der 1980iger Jahre werden Operationen mit speziellen Instrumenten unter Visualisierung durch eine Kamera durchgef√ľhrt. Der Vorteil hierf√ľr wird vor allem in dem verringertem Zugangstrauma gesehen, da nun nur noch kleine Inzisionen erforderlich sind, um die oben genannten Hilfsmittel zum Operationsgebiet heranzubringen. Synonym werden f√ľr dieses Verfahren laparoskopische respektive thorakoskopische Chirurgie oder minimal invasive Chirurgie angewandt.  Als positive Konsequenz werden eine geringere postoperative Morbidit√§t und k√ľrzere station√§re Aufenthaltsdauern gesehen.  Negativ wird der h√∂here technische Aufwand, die h√∂heren Materialkosten und das erforderliche zus√§tzliche Training im Erlernen der notwendigen Fertigkeiten, um die Methode angemessen durchf√ľhren zu k√∂nnen, gesehen. Nach anf√§nglicher Skepsis kann als allgemeiner Konsens gelten, dass bei angemessener Indikationsstellung und entsprechender Expertise die Ergebnisqualit√§t zwischen der klassischen Chirurgie und der minimal invasiven Methode nicht signifikant differieren. Um die Sicherheit, Indikationsstellung und Ergebnis√§quivalenz zu untersuchen wurde eine Vielzahl von Studien weltweit durchgef√ľhrt.

Im Rahmen der technischen Weiterentwicklung wurde von der US Armee in den 1980iger Jahren die Idee einer chirurgischen Versorgung von Patienten unter Abwesenheit des Chirurgen, vermittelt durch einen ferngesteuerten Operationsroboter als Master-Slave-System entwickelt und in den sp√§ten 1980iger Jahren ein entsprechender Prototyp entwickelt. Das Potential f√ľr die zivile Nutzung wurde von den Beteiligten erkannt und 1995 die Firma Intuitive Medical zur Umsetzung dieses methodischen Ansatzes gegr√ľndet. 1999 wurde das erste System vorgestellt, dass im Jahr 2000 die FDA-Zulassung f√ľr laparoskopische, thoraxchirurgische, urologische, gyn√§kologische, allgemeinchirurgische, herzchirurgische, p√§diatrische und hals-, nasen-, ohren√§rztliche Operationen erhielt. Zwischen 2004 und 2014 wurden ca. 8500 wissenschaftliche Arbeiten, mit steigender Anzahl, ver√∂ffentlicht, die sich  mit den Einsatzm√∂glichkeiten, der Sicherheit und den Ergebnissen der ‚Äěrobotischen Chirurgie‚Äú besch√§ftigen.

Nachdem 1993 die ersten Arbeiten √ľber die videothorakoskopischen Lungenlappenentfernungen ver√∂ffentlicht wurden, wurde 2002 die erste roboter-assistierte Lungenlappenentfernung ver√∂ffentlicht. Seit dem nimmt die Anzahl der weltweit durchgef√ľhrten Lungenoperationen, wie auch die Anzahl der wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema zu.

Unserer Ansicht nach besteht die Perspektive dieser innovativen Methode darin, bei mehr Patienten eine Lungenoperation mit nur kleinen Schnitten durchf√ľhren zu k√∂nnen. So k√∂nnten mehr Patienten als bisher mit weniger Schmerzen nach der OP, weniger Schmerzmitteln und einer fr√ľheren Erholung, mit besserer Lungenfunktion nach der Operation, operiert werden.