Thoraxkonferenz
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Therapeutische Methoden

Tumore 

Neubildungen (gut- oder b√∂sartige Tumore) der Brustwand k√∂nnen operativ entfernt werden. Je nach Art des Tumors m√ľssen die Abst√§nde zwischen der Neubildung und dem Rand des entfernten Brustwandteils verschieden gro√ü sein, so dass je nach Gr√∂√üe der Neubildung auch recht gro√üe Brustwandst√ľcke entfernt werden m√ľssen. Bei der Planung der Operation muss deshalb ber√ľcksichtigt werden, dass nach der Operation die Haut wieder verschlossen werden kann, die Stabilit√§t des Brustkorbes wieder gegeben sein muss, um die √§u√üere Atmung nicht zu beeintr√§chtigen und , dass die Brustwand wieder eine Festigkeit aufweisen muss, um zum einen die Organe zu sch√ľtzen und zum anderen zu verhindern, dass beim Ausatmen oder Husten die Lunge durch den Druck des Zwerchfelles aus dem Defekt der Brustwand herausgepresst wird (paradoxe Atembeweglichkeit, Lungenhernie). Um diese Anforderungen an die Operation zu gew√§hrleisten wird bereits die F√ľhrung des Hautschnittes darauf abgestimmt. Weiterhin wird individuell die Methode der Wiederherstellung der Brustwand auf die Anforderungen abgestimmt. Es Ist m√∂glich den kn√∂chernen Anteil der Brustwand durch Kunststoffnetze, Kunststoffmembrane oder durch eine Kombination aus Netzen und k√ľnstlichem Knochen zu ersetzen. Auch stabilisierende Metallimplantate finden bei bestimmten F√§llen Anwendung. Der Weichteilmantel kann meist durch direkte Naht der Wundr√§nder verschlossen werden. Bei gr√∂√üeren Defekten m√ľssen jedoch plastische Techniken wie das verschieben oder transplantieren von Haut und Muskulatur angewandt werden.

Veränderungen des Mittelfells (Mediastinums)  

Da im Mittelfell eine Vielzahl verschiedener Organe liegt k√∂nnen auch viele verschiedene Erkrankungen sich an diesem Ort zeigen. Au√üerdem laufen auch viele Lymphbahnen durch das Mittelfell, sodass sich auch Erkrankungen, die an anderer Stelle ihren Ursprung haben, sich dort niederschlagen k√∂nnen. Neben den oben genannten diagnostischen Methoden gibt es drei Zugangsm√∂glichkeiten zum Mittelfell. Entweder durch die rechte oder linke Brusth√∂hle oder von vorne. In den ersten beiden F√§llen wird die Er√∂ffnung des Brustkorbes auf der gew√ľnschten Seite so durchgef√ľhrt als ob man an der Lunge operieren wollte, dr√§ngt diese jedoch zur Seite, um dann einen entsprechenden Zugang zum Mittefell zu haben. Die Schnitte entsprechen entweder einem seitlichen Brustkorbschnitt (Thorakotomie) oder dem Spiegelungsverfahren (Thorakoskopie) je nachdem wo die Erkrankung liegt und wie gro√ü sie ist.¬†

Zum vorderen-oberen Mittelfell kann ein Schnitt waagerecht kurz oberhalb der oberen Kante des Brustbeines (Kocherscher Kragenschnitt) ausreichend sein. H√§ufig muss jedoch das Brustbein komplett oder zumindest teilweise durchtrennt werden, um so viel Platz zu gewinnen, dass man am Mittelfell arbeiten kann. Die Durchtrennung des Brustbeins nennt man Sternotomie (sternum = Brustbein; -tomie = Durchtrennung). Bei ihr wird die Haut in der Mitte des Brustbeines von oben nach unten durchtrennt und dann der Knochen selber gespalten. Das Er√∂ffnen ist im Regelfall unproblematisch. Nach der eigentlichen Operation werden dann die beiden Brustbeinh√§lften durch Drahtschlingen (Drahtcerclagen) oder F√§den, die sich nicht aufl√∂sen, aneinandergepresst, damit die Knochenfl√§chen wieder zusammenwachsen k√∂nnen. Hier ist ein gewisses Risiko zu finden, da es bei zu viel Bewegung in der Knochenheilungszone zum nicht zusammenwachsen der Knochenfl√§chen kommen kann und sich ein "Pseudogelenk" (Pseudarthrose) ausbilden kann. Die Folgen sind eine verminderte mechanische Belastbarkeit, eine sonst nicht vorhandene Beweglichkeit der Brustbeinh√§lften gegeneinander, evt. Schmerzen und je nach Fall andere Probleme. Die zweite unerw√ľnschte Entwicklung ist die Ausbildung einer Entz√ľndung im Bereich des Knochenheilungsbereiches. Dieser kann zur Entz√ľndung der beteiligten Knochen f√ľhren (Osteitis, Osteomyelitis), was in der Regel durch weitere operative Ma√ünahmen behandelt werden muss.¬†¬†

Veränderungen an der Lunge 

Zugang zur Lunge 

Um Operationen offen an der Lunge durchf√ľhren zu k√∂nnen, muss entweder der Brustkorb er√∂ffnet werden oder es wird ein Eingriff √ľber eine Spiegelung (Thorakoskopie durchgef√ľhrt. F√ľr die Operation am ge√∂ffneten Brustkorb gibt es verschiedene "Zug√§nge". Diese verschiedenen Zug√§nge werden vom Chirurgen ja nach der Lage und Gr√∂√üe des zu entfernenden Gewebes und der Art des geplanten Eingriffes gew√§hlt. Einen Zugang zur Er√∂ffnung des Brustkorbes nennt man Thorakotomie (Thorax = Brustkorb, tomie = Schnitt)¬†¬†

Am h√§ufigsten wird die seitliche Thorakotomie durchgef√ľhrt. Man unterscheidet dabei drei verschiedene Lagen des Hautschnittes. Zwei waagerechte, deren einer mehr vorne ("anterolateral" (ante = vorne, lateral = seitlich)) und deren anderer mehr hinten liegt ("posterolateral" (posterius = hinten)) Bei dem dritten Zugang wird der Hautschnitt parallel zu den Rippen gef√ľhrt. Allen gemeinsam ist, dass nach Durchtrennung der Haut, dem Unterhautfettgewebe und der Brustwandmuskulatur die Er√∂ffnung des Brustkorbes in der Regel zwischen der 4. und 5. oder 5. und 6. Rippe erfolgt (ungef√§hr auf der Horizontalen knapp unterhalb der Brustwarze). Wenn der eigentliche Eingriff beendet ist werden die Rippen mit F√§den wieder aneinander gen√§ht und der Brustkorb Schicht f√ľr Schicht wieder verschlossen. Die Thorakotomie birgt weniger Risiken als die Sternotomie, wird von den meisten Patienten nach der Operation als schmerzhafter empfunden, weshalb eine besonders intensive Schmerzbehandlung durchgef√ľhrt wird.¬†

Selbstverst√§ndlich gibt es eine Vielzahl von Kombinationsm√∂glichkeiten verschiedener Zug√§nge und spezieller Zug√§nge, die bei besonderen Eingriffen vom Chirurgen durchgef√ľhrt werden, die hier aber nicht im einzelnen genannt werden sollen.¬†

Operationen an der Lunge 

Je nachdem welche Erkrankung vorliegt und welches Ausma√ü vorhanden ist unterscheidet man verschiedene Operationsmethoden. Um diese zu verstehen braucht man einige Vorkenntnisse √ľber den Aufbau (= Anatomie) der Lunge. Das Organ Lunge teilt sich in zwei H√§lften, die rechte und die linke Lunge. Die Lunge einer Seite nennt man Lungenfl√ľgel (einer rechts einer links, dazwischen liegt das Mittelfell). Die Lungenfl√ľgel haben Unterteilungen, die man Lungenlappen nennt. Rechts gibt es drei Lungenlappen, links gibt es zwei. Die Lungenlappen stellen voneinander getrennte Einheiten bez√ľglich ihrer Blutgef√§√üe und Bronchien dar. Die Lungenlappen sind wiederum unterteilt (Die Unterteilung richtet sich auch hier nach Blutgef√§√üen und Bronchien) in sogenannte Segmente. Es gibt rechts 10 Segmente (verteilt auf die drei Lappen) und links neun Segmente (verteilt auf die zwei Lappen). Die Segmente stellen die kleinste (anatomische) Einheit, den kleinsten Baustein der Lunge dar, die beziehungsweise der durch die speziellen ihn versorgenden Gef√§√üe und Bronchien eine eigene "Identit√§t" erh√§lt. Von au√üen sind die Segmentgrenzen jedoch im Gegensatz zu den Lappengrenzen nicht sichtbar. Man sagt auch, dass eine Lungensegmententfernung (= Lungensegmentresektion) die kleinste "anatomische" Resektion darstellt. Entfernt man noch weniger Gewebe so nennt man das auch "atypische Resektion".¬†¬†

Atypische Resektionen (auch Keilresektion genannt) k√∂nnen unter Vernachl√§ssigung des Aufbaues der Lunge vorgenommen werden. Das setzt jedoch voraus, dass die Ver√§nderungen, die entfernt werden nur im Lungenmantel, also im √§u√üeren Bereich, der Lunge liegen. Nachdem die Erkrankung entfernt wurde wird die Lunge mit F√§den wieder verschlossen, oder die Entfernung wurde mit sogenannten Klammernahtger√§ten durchgef√ľhrt. Diese Ger√§te Verschlie√üen mit kleinen Titanklammern (wie beim "Tackern") das Lungengewebe und ein kleines Messer durchtrennt dann das Lungengewebe zwischen den dicht bei dicht liegenden Klammern. Lungensegmentresektionen oder Lungenlappenresektionen (=Lobektomien) oder auch Lungenfl√ľgelresektionen (=Pneumonektomien) sind "anatomische Resektionen". Bei ihnen muss der Aufbau der Lunge genau beachtet werden. Denn hier m√ľssen die Gewebeanteile, die entfernt werden sollen, an ihren vorgegebenen Grenzen separiert werden, da es sonst im Verlauf nach der Operation zu Problemen kommen kann. Au√üerdem m√ľssen alle Arterien, Venen und Bronchien, die das Gebiet was entfernt werden soll, versorgen, aufgesucht, unterbunden und durchtrennt werden. Durchtrennt man zu viele Gef√§√üe ist ein Teil der verbleibenden Lunge nicht durchblutet, durchtrennt man zu wenig Gef√§√üe kommt es zu Blutungen. √Ąhnlich verh√§lt es sich mit den Bronchien. Hier tritt dann Luft aus oder verbleibende Lungenanteile werden nicht mit Luft versorgt, wenn falsche Strukturen durchtrennt werden.¬†