Thoraxkonferenz
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Thymuschirurgie/Myasthenie (Myasthenia gravis)

Die hinter dem oberen Teil des Sternums gelegene Thymusdr√ľse kann zu Erkrankungen f√ľhren. Es gibt Geschw√ľlste dieser Dr√ľse. Diese beeintr√§chtigen die benachbarten Organe wie die Lunge, das Herz oder gro√üen Gef√§√üe.

Au√üerdem sind ein Druckgef√ľhl hinter dem Brustbein oder Herzrhythmusst√∂rungen durch diese Tumoren m√∂glich. Die √ľberwiegende Anzahl dieser Tumoren w√§chst zu Beginn zwar lokal verdr√§ngend, dringt jedoch erst bei gr√∂√üeren Tumoren in die Nachbarorgane ein und setzt selten Metastasen. Es gibt jedoch auch durchaus Thymome, die sich maligne verhalten und die typischen Zeichen der Malignit√§t wie Einwachsen in benachbarte Organe und Bildung von Metastasen zeigen. Sollte sich bei den Untersuchungen des Brustkorbes wie z. B. einer Computertomographie, der V. a. ein Thymom zeigen, sollte dieses operativ entfernt werden. Ist die Entfernung in G√§nze gelungen und keine benachbarten Organe betroffen, ist die Operation ausreichend. Anderenfalls wird nach der Operation im Regelfall eine Bestrahlung empfohlen. Sollte ein b√∂sartiges Thymom vorliegen, wird h√§ufig zus√§tzlich auch eine Chemotherapie entweder vor einer Operation, nach einer Operation oder bei Inoperabilit√§t statt der Operation empfohlen.

Die Operationstechniken sind mittlerweile soweit fortgeschritten, dass Thymome in Regelfall minimal invasiv, d. h. entweder √ľber eine Videothorakoskopie (VATS) oder √ľber eine roboterassistierte Thorakoskopie (robotische Chirurgie, RATS) durchgef√ľhrt werden kann. Der klassische Zugangsweg, die Sternotomie, bleibt heutzutage b√∂sartigen Befunden oder sehr gro√üen Thymomen vorbehalten.

Myasthenie (Myasthenia gravis)

Bei der Myasthenie f√§llt den Patienten eine schnellere muskul√§re Erm√ľdbarkeit auf. Dieses kann sich in h√§ngenden Augenlidern, einer Kraftlosigkeit, Schluckst√∂rungen oder auch einer Belastungsluftnot zeigen. Insbesondere bei l√§nger dauernden Belastungen oder bei muskul√§rer Belastung in den Abendstunden k√∂nnen diese Symptome deutlicher zu Tage treten. Der Myasthenie liegt eine Beeintr√§chtigung der Signal√ľbertragung zwischen den Nerven und der Muskulatur durch Antik√∂rper vor, sodass die Muskulatur durch die Nerven nicht mehr ad√§quat aktiviert wird. Neben der konservativen, medikament√∂sen Therapie, die durch Neurologen durchgef√ľhrt wird, kann der Krankheitsverlauf auch durch eine Operation g√ľnstig beeinflusst werden. Bei dieser Operation wird zum einen die Thymusdr√ľse, zum anderen das darum herumliegende Bauchfett zwischen Brustbein und Herzbeutel und Zwerchfell und Kehlkopf entfernt.

Dieser Eingriff wird durchgef√ľhrt, da durch Thymuszellen in der Dr√ľse selber oder im darum liegenden Fettgewebe gelegen h√§ufig die beschriebenen Antik√∂rper bilden.

 Auch dieser Eingriff kann im Regelfall minimal invasiv wie bei den Thymomen beschrieben, durchgef√ľhrt werden. Die Effekte der Operation sind nicht bei allen Patienten gleich stark ausgepr√§gt und treten h√§ufig erst nach einer vergleichsweisen Latenzzeit von Monaten bis Jahren in voller Wirkung zutage. H√§ufig ist eine zus√§tzliche medikament√∂se Therapie trotz der Operation noch erforderlich. Andererseits kann durch die Operation jedoch eine bessere Kontrolle der Beschwerden zum einen und zum anderen die Verminderung der Medikamente erzielt werden.

Die Empfehlung einer Operation wird zwischen den Chirurgen und den Neurologen im zertifizierten Kompentenzzentrum f√ľr neuromuskul√§re Erkrankungen der Universit√§tsmedizin G√∂ttingen diskutiert und entschieden.