Leiter und Ansprechpartner f√ľr Klinische Studien der Klinik Thorax-, Herz- und Gef√§√üchirurige: Prof. Dr. med. B. Danner

 

DZHK Dedicate-Studie

Minmalinvasiver katheterbasierter Aortenklappenersatz gegen√ľber¬† Chirurgischem Aortenklappenersatz bei Patienten mit symptomatischer schwerer Aortenklappenstenose und mittlerem Sterberisiko

Bei einer schweren Aortenklappenstenose muss die Klappe gegen ein k√ľnstliche ausgetauscht werden. Die Studie untersucht, welche Methode f√ľr Patienten mit mittlerem bis niedrigem Operationsrisiko die geeignetere ist. Es gibt zwei Methoden: Der Brustkorb des Patienten kann chirurgisch ge√∂ffnet und eine k√ľnstliche Klappe implantiert werden oder eine neue Klappe wird mittels Katheter (TAVI-Methode) durch eine Leistenarterie bis zum Herzen vorgebracht. An der Studie d√ľrfen nur Patienten teilnehmen, die f√ľr beide Methoden in Frage kommen. Sie werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und ihre √úberlebensraten √ľber f√ľnf Jahre ermittelt.

Kontakte:
Frau Prof. Dr. med. H. Baraki
Prof. Dr. med. B. Danner
Prof. Dr.med. C. Jacobshagen (Klinik f√ľr Kardiologie und Pneumologie)
Studienbetreuung Fr. J. Jordan | Tel.: 0551 39 64150

weitere Informationen: https://dedicate.dzhk.de/

 

LAAOS III

Prof. Dr. med. B. Danner
Tel.: 0551- 39 64150 Studienbetreuung Frau J. Jordan

Vorhofflimmern ist eine Rhythmusst√∂rung die weit verbreitet und eine h√§ufige Ursache von Schlaganf√§llen ist. Urs√§chlich wird unter anderem angenommen, dass ein Teilbereich des linken Vorhofes, das linksatriale Aurikulum (LAA, Herzohr), insbesondere ein Ort der Thrombenbildung ist. In der internationalen multizentrischen prospektiv-randomisierten Studie LAA ‚Äď Okklusion III werden Patienten mit Vorhofflimmern behandelt, bei denen w√§hrend eines herzchirurgischen Eingriffes (meist Bypass oder Herzklappenchirurgie) das linke Herzohr entfernt bzw. verschlossen wird. Die medikament√∂se Behandlung des Vorhofflimmerns wird nach Standard fortgesetzt und die Patienten √ľber 5 Jahre nachbeobachtet. Ziel der Studie ist es, das Auftreten von Schlaganf√§llen durch diese einfache Ma√ünahme zu reduzieren.

weitere Informationen: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01561651

 

Identifizierung von Risikofaktoren f√ľr das Auftreten eines postoperativen Delirs nach herzchirurgischen Eingriffen

Kontakt: Frau PD Dr. med. Heidi Niehaus, Dr. med. Ahmad Fawad Jebran,Frau Dr. med. Narges Waezi. Frau Dr. med. Katharina Ort

Bei 3-80% der Patienten kommt es nach herzchirurgischen Eingriffen zu einem postoperativen Delir (PD). Es hat sich gezeigt, dass das postoperative Delir nach herzchirurgischen Eingriffen sowohl mit einem verl√§ngerten Krankenhausaufenthalt als auch mit einem verl√§ngerten Aufenthalt auf der Intensivstation sowie einem schlechteren Verlauf verbunden ist [1]. Verschiedene Kofaktoren beeinflussen die Inzidenz des PD, indem sie sich auf die Interaktion der pr√§disponierenden Faktoren, der ausl√∂senden Faktoren und der protektiven Faktoren auswirken. Pr√§disponierende Faktoren umfassen ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine Arteriosklerose der Aorta, der Carotiden oder intrazerebralen Gef√§√üe, einen Diabetes mell. sowie eine Depression. St√∂rungen des cholinergen Gleichgewichtes oder des Gleichgewichtes anderer Neurotransmitter, der Hypothalamus-Hypophysen-Achse, der zirkulierenden Glukokortikoid-Spiegel, der zerebralen serotoninergen Aktivit√§t spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung des PD. Das PD nach herzchirurgischen Eingriffen ist multifaktoriell bedingt und seine Pathophysiologie ist bislang nur unvollst√§ndig entschl√ľsselt.

Ziel dieser prospektiven, nicht randomisierten Studie ist es, die Risikofaktoren f√ľr ein PD nach Herzoperation einschlie√ülich der pr√§disponierenden Patientencharakteristiken sowie inflammatorischen Marker und Cholinesterase Level zu untersuchen.

 

Perioperative Hämoadsorptionsbehandlung bei Patienten mit infektiöser Endokarditis

Kontakt: Frau PD Dr. Heidi Niehaus, Frau Dr. med. Silke Asch, Dr. med. Marcus Leistner, Frau Dr. med. Katharina Ort    

Die infekti√∂se Endokarditis istSystemic¬†Inflammatory Response Syndrome"¬†(SIRS) erschwert werden. Urs√§chlich daf√ľr werden Entz√ľndungsmediatoren,¬†sogenannte Zytokine, angenommen, die im Rahmen¬†der Operation mit Einsatz einer¬†extrakorporalen Zirkulation (EKZ)¬†systemisch ausgeschw√§mmt werden und zu einer Vasoplegie f√ľhren. Das SIRS f√ľhrt¬†in schweren¬†F√§llen zu einem¬†septiformen Kreislaufbild¬†mit einem erh√∂hten Vassopressor-¬†und Volumenbedarf.¬†Dieser¬†septische Schock ist bei Patienten mit infekti√∂ser Endokarditis¬†mit¬†verl√§ngerten¬†Beatmungszeiten und Nierenversagen im Sinne eines Multiorganversagens sowie¬†einem¬†schlechteren Outcome assoziiert¬†[1].
 
Zur Verminderung der¬†systemischen Zytokinantwort und¬†Pr√§vention eines vasoplegen Schocks kann ein¬†Zytokinadsorbersystem (z. B. CytoSorb¬ģ)¬†verwendet werden.¬†Die CytoSorb¬ģ-H√§moadsorption kann intraoperativ in¬†die EKZ integriert werden¬†[2, 3]. Die Verminderung der zirkulierenden¬†pro-inflammatorischen Substanzen f√ľhrt nicht¬†nur zu einer stabileren¬†H√§modynamik, sondern auch zu einer klinischen Verbesserung¬†[4].

Tr√§ger at al. zeigten in einer retrospektiven Fallserie, dass Patienten¬†mit einer infekti√∂sen Endokarditis, die mit einer intraoperativen CytoSorb¬ģ-H√§moadsorption¬†behandelt wurden, niedrigere postoperative Zytokinspiegel (IL-6 und IL-8)¬†aufwiesen, verglichen mit Patienten ohne CytoSorb¬ģ-Behandlung. Die¬†Patienten mit¬†CytoSorb¬ģ-Therapie zeigten sowohl intra- als auch¬†postoperativ eine stabilere H√§modynamik (h√∂herer mittlerer arterieller¬†Blutdruck) und verbesserte metabolische¬†Parameter (Laktat und Base Excess)¬†sowie einen niedrigeren Katecholaminbedarf (Adrenalin und Noradrenalin)[5].
 
Ziel der vorgelegten Studie ist es, bei Patienten mit infekti√∂ser¬†Endokarditis eine Reduktion der Zytokinspiegel durch den intra- und¬†postoperativen Einsatz der CytoSorb¬ģ-H√§moadsorption zu erreichen.¬†Durch die Verminderung eines Zytokin-bedingten SIRS soll das Risiko eines¬†septischen und vasoplegen Schocks vermindert¬†werden. Dadurch soll eine fr√ľhe¬†Stabilisierung der h√§modynamischen Parameter und eine Reduktion des¬†Katecholaminbedarfs erzielt werden. Es soll untersucht¬†werden, ob diese Effekte¬†den intra- und postoperativen klinischen Verlauf verbessern und sich positiv¬†auf das Outcome der Patienten auswirken.

[1] Krajinovic V., et al., Association Between Cardiac Surgery and Mortality Among Patients with Infective Endocarditis Complicated by Sepsis and Septic Shock. Shock. 2017 Oct 4.. [Epub ahead of print].

[2] Bernardi, M.H., et al., Effect of hemoadsorption during cardiopulmonary bypass surgery - a blinded, randomized, controlled pilot study using a novel adsorbent. Crit Care, 2016. 20: p. 96

[3] Born F, et al., Systemic Inflammatory Response Syndrome in Cardiac Surgery: New possibilities for treatment through the use of a cytokine adsorber during ECC? Kardoitechnik, 2014. 2:46 - 6.

[4] Träger K, et al., Treatment of post-cardiopulmonary bypass SIRS by hemoadsorption: a case series. Int J Artif Organs. 2016; 39 (3): 141 - 6.

[5] Täger K, et al., Hemoadsorption treatment of patients with acute infective endocarditis during surgery with cardiopulmonary bypass- a case series. Int J Artif Organs, 2017. 29;40(5):240-249.

Hintergrund:
Sie leiden an einer Entz√ľndung einer oder mehrerer¬†Herzklappen, verursacht durch Bakterien die in den Blutkreislauf gelangt sind.¬†Bei Ihnen wurde gem√§√ü aktueller¬†Leitlinien zur Behandlung von¬†Herzklappenentz√ľndungen eine Therapie mit Antibiotika¬†¬†durchgef√ľhrt. Leider konnte die¬†Herzklappenentz√ľndung dadurch¬†nicht vollst√§ndig ausgeheilt werden und Sie¬†wurden daher zur Durchf√ľhrung einer Herzklappenoperation in unsere Abteilung¬†√ľberwiesen.¬†Es ist bekannt, dass w√§hrend dieser Operation¬†Botenstoffe, ausgehend von der entz√ľndeten Klappe, in den Blutkreislauf¬†gelangen k√∂nnen. Diese Entz√ľndungsbotenstoffe,¬†sogenannte Zytokine, k√∂nnen zu¬†einer allgemeinen Entz√ľndungsreaktion im K√∂rper f√ľhren. Dadurch kann die¬†Operation und die darauffolgende Therapie auf der¬†Intensivstation erschwert und¬†deutlich verl√§ngert werden.
 
Unsere Studie:
Wir m√∂chten untersuchen, ob der Einsatz eines Zytokinadsorbers¬†w√§hrend und nach der Operation¬†bei Ihrer¬†Erkrankung zu noch besseren Ergebnissen f√ľhrt. Zu¬†diesem Zweck wird der¬†Zytokinadsorber in die Herz-Lungenmaschine integriert, welche w√§hrend Ihrer¬†Operation die wesentlichen Kreislauffunktionen¬†aufrechterh√§lt. Zus√§tzlich wird der¬†Einsatz nach der Operation auf der Intensivstation w√§hrend der ersten 24¬†Stunden fortgef√ľhrt. Dies geschieht im Rahmen eines¬†Nierenersatzverfahrens.
Um die Wirksamkeit des Verfahrens zu √ľberpr√ľfen, werden¬†durch das Zentrallabor der Universit√§tsmedizin G√∂ttingen die Zytokinspiegel im¬†Blut bestimmt. Daf√ľr sind¬†keine zus√§tzlichen Blutentnahmen notwendig, alle¬†Messungen erfolgen zusammen mit den routinem√§√üigen Blutentnahmen.

 

I-COPE-Studie

(Intervention for CABG to Optimize Patient Experience)

Kontakt:
Dr. rer. nat. Jonas Nagel (Studienleitung), Klinik f√ľr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Dr. Monika Sadlonova (Studien√§rztin), Klinik f√ľr Thorax-, Herz- und Gef√§√üchirurgie

In der I-COPE-Studie soll die Durchf√ľhrbarkeit, Akzeptanz und Wirksamkeit eines umfassenden perioperativen Behandlungskonzepts zur F√∂rderung des k√∂rperlichen und psychischen Gesundheitszustands von aortokoronaren Bypass (CABG)-Patienten evaluiert werden. In einer dreiarmigen prospektiven randomisiert-kontrollierten monozentrischen Pilotstudie wird eine perioperative psychologische Intervention zur Optimierung der Erwartungshaltung der Patienten verglichen mit einer Behandlung, in der zus√§tzlich eine multimodale technische Intervention zur Stressreduktion angeboten wird. Eine dritte Gruppe erh√§lt die medizinische Standardbehandlung. Prim√§re Zielgr√∂√üe ist der subjektive Gesundheitszustand der Patienten bei Entlassung und im 6-Monats-Follow-up. Als sekund√§re Outcome-Ma√üe werden immunologische Parameter und psychometrische Verfahren eingesetzt.